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Das Kunst-Blog aus Berlin

In loser Reihenfolge veröffentliche ich hier Beiträge rund um die zeitgenössische Kunst. BAM! Berlin Art Management-Projekte, Künstler*innen-Portraits, Einblicke in private und öffentliche Sammlungen, Berichte über Ausstellungen, Kunstmessen und Festivals.

STADTMASCHINE KUNST @ MDC met BERLIN SCIENCE WEEK 2020

Im Rahmen der heute zu Ende gehenden BERLIN SCIENCE WEEK 2020 nahmen sich die Initiative STADTMASCHINE KUNST (SMK) bei der Stiftung Zukunft Berlin und das Max Delbrück Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) des Dialogs von Kunst und Wissenschaft an, um über mögliche Kooperationen zu Gunsten einer zukünftigen (Stadt-) Gesellschaft nachzudenken.

In dem von dem Kurator und Journalisten Jan Kage moderierten Fishbowl-Talk kristallisierte sich heraus, dass der Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft nach einem Raum ohne Absicht ruft, in dem Kunst und Wissenschaft frei experimentieren, Innovationen entstehen können.

In dem knapp zweistündigen Video-Meeting mit der Medienkünstlerin, Performerin und Autorin Veronika Dräxler, dem pädiatrischer Onkologen, Krebsbiologen und Konzeptkünstler Anton Henssen,  dem Künstler und Komponist Thom Kubli sowie dem Systembiologen und Musiker Uwe Ohler, der Künstlerin und angehenden Anthropologin Jovana Popic und  dem angehenden Neurobiologen und Gründer von EDGE: Blurring the Borders between Art and Neuroscience Ian Stewart wurde deutlich, dass Forschung ebenso kreativ wie Kunst ist; nur dass sie mehr Zwängen unterliegt und stark Ergebnis fokussiert arbeitet.

Bildschirmansicht Online Fishbowl-Talk SMK. Foto: Olivia Zwach

Um aus diesen Zwängen ausbrechen zu können, und aus der Perspektive der Kunst das große Ganze, die gesellschaftliche Bedeutung der Forschung zu sehen, sind verstetigte Kooperationsmodelle von Kunst und Wissenschaft gefragt. Die komplexen wie kreativen Prozesse der Wissenschaft mit der Ästhetik der Kunst für die Gesellschaft sinnlich erfahrbar zu machen, müsse das Anliegen der künftigen STADTMASCHINE KUNST sein. Denn die sinnliche Wahrnehmung sei vom kognitiven Prozess nicht zu trennen, so der Konsens. Durch sie entsteht eine erweiterte Sicht von Welt für alle Beteiligten.

Kunst bedeute auch „Out of the box“ zu denken. Durch die künstlerische Sprache neue Verbindungen zu suchen, Problemstellungen neu zu definieren. Ebenso wie gewisse Themen, nicht lösbare Konflikte in der Gesellschaft anzusprechen, die noch kein Dialogfeld gefunden haben. Die Diskutant*innen sehen die eindeutige Notwendigkeit zur Schaffung einer Plattform auf der dieser Austausch stattfinden kann, digital oder als Salon.

Ein zukunftsweisender Talk über die Rolle von Kunst und Wissenschaft in der Gesellschaft. Fortsetzung folgt!

#stadtmaschinekunst #berlinscienceweek #fallingwalls #dialog #kunstundwissenschaft #kunstundgesellschaft #wiewollenwirleben #labor #interaktion

STADTMASCHINE KUNST

Abb.: Jean Tinguely – Grosse Méta-Maxi-Maxi-Utopia-Méta-Harmonie, 1987
Foto: Serge Hasenböhler für Museum Tinguely, Basel.

Ein Labor für die Interaktion von Kunst und Gesellschaft in Berlin

Die Ausgangssituation : ⁠

Berlin ist die Stadt der Künste, vor allem der Bildenden Kunst. An die 12.000 Künstler*innen leben und arbeiten in Berlin. Sie bilden einen nicht zu unterschätzenden Teil der Stadtgesellschaft und prägen den internationalen Ruf der Stadt als Kulturmetropole wesentlich mit. Mit ihrer Arbeit bieten sie ein hohes Potential für die Gestaltung von Zukunft. ⁠
Leider findet der Austausch zwischen den Akteuren der Bildenden Kunst und jenen aus den anderen Bereichen der Stadtgesellschaft (wie Wissenschaft, Gesundheit, Soziales, Bildung, Verkehr, Bauwesen, etc.) weitestgehend nicht öffentlich, sondern lediglich in kleineren Zirkeln statt. Diese sind nur einem bestimmten Teil der Stadtgesellschaft zugänglich. ⁠
Dabei bietet der kreative Ansatz von Künstler*innen in vielen Bereichen Lösungen für die Gestaltung einer zukunftsorientieren (-tauglichen) Stadt. Z. Bsp. in der Vermittlung komplexer Zusammenhänge aus dem Bereich Wissenschaft. ⁠

Das Problem : ⁠

Die herausfordernde Phase, in der sich unsere demokratische Gesellschaftsordnung befindet, erfordert von uns neue Konzepte, unter anderem auch für die Ethik, die Kommunikation und das Vorgehen wissenschaftlicher Forschung. Wissenschaftlich zu analysierende Phänomene und ihre komplexen Zusammenhänge können durch künstlerische Experimente ermittelt, aufgezeigt, überhöht und in die Zukunft weitergedacht werden. Somit wird ein Dialog eröffnet: Wie wollen wir leben? ⁠

Die Aktion:

Am 2. November um 17 Uhr gibt es auf Einladung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) einen Online-Fischbowl-Talk im Rahmen der BERLIN SCIENCE WEEK zum Thema. ⁠

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STADTMASCHINE KUNST @ MDC trifft BERLIN SCIENCE WEEK 2020⁠ ⁠ In einem digitalen Fishbowl-Talk soll der Nucleus der STADTMASCHINE KUNST herauskristallisiert werden: Wie kann der Diskurs zwischen Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Nutzer*innen über Kunst und Forschung konkret gestaltet werden? ⁠ Im Labor STADTMASCHINE KUNST @MDC wird daran gearbeitet, die Wissenschaftskommunikation mit den Mitteln der Bildenden Kunst zu verbessern: die komplexen Forschungsinhalte sollen unter Einbeziehung der Gesellschaft visuell erfahrbar gemacht werden. ⁠ Wo liegen die Chancen, wo die Grenzen dieses Experiments? Wie soll die STADTMASCHINE KUNST konkret aussehen, damit Forschung, Kunst und Gesellschaft interagieren können. Diskutieren Sie mit! ⁠ In diesem Fishbowl – Diskussionsformat der Initiative STADTMASCHINE KUNST bei der Stiftung Zukunft Berlin können Sie sich mit Künstler*innen und Wissenschaftler*innen über die jeweiligen Arbeitsinhalte und -ansätze austauschen; sowie die Schnittstellen ausloten, die in einer konkreten, so unkonventionellen wie grenzüberschreitenden STADTMASCHINE KUNST münden.⁠ ⁠ Mon Nov 02, 2020 17.00 – 18.00 CET⁠ ⁠ Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Initiative STADTMASCHINE KUNST bei der Stiftung Zukunft Berlin Veronika Christine Dräxler, Anton Henssen, Jan Kage, Thom Kubli, Uwe Ohler, Jovana Popic, Ian Erik Stewart ⁠ Ein Art-Science Diskurs zum Thema „Interaktion von Forschung, Kunst und Gesellschaft“.⁠ ⁠ https://falling-walls.com/event/stadtmaschine-kunst-mdc-meets-berlin-science-week-2020-2/⁠ ⁠ #stadtmaschinekunst #berlinscienceweek2020 #stiftungzukunftberlin #wiewollenwirleben #kunstundwissenschaft #stadtderzukunft #fallingwalls #2Nov2020 #berlinartmanagement⁠

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Mit den Künstler*innen Veronika Dräxler, Jovana Popic und Thom Kubli sowie den Wissenschaftler*innen Anton Henssen, Uwe Ohler und Ian Erik Stewart. Moderiert von Jan -Yaneq – Kage – Radio Arty.


STADTMASCHINE KUNST ist eine Initiative von Jan Kage, Jovana Popic und Anemone Vostell bei der Stiftung Zukunft Berlin. ⁠

Filmpremiere auf dem Friedensplatz

Porträt der Entstehung des Erzengel Michael 2020″ – Ein Film von Philip Flämig

Film still by Philip Flämig

Während das Land im Lockdown liegt entsteht im Atelier des Darmstädter Bildhauers Georg-Friedrich Wolf die imposante Stahlskulptur „Erzengel Michael 2020“: 7 m hoch, 3,5 Tonnen schwer, aus dem „Schrott“ der Bürger*innen gefertigt.

Auf Einladung des Instituts für Neue Technische Form (INTeF) stellt der Künstler am Freitag, den 9. Oktober 2020 um 19.00 Uhr den Kurzfilm „Portrait der Entstehung des Erzengel Michael 2020“ von Philip Flämig vor, und wird über die „heiße“ Kontroverse rund um die Großplastik berichten.

Als der Stahlbildhauer Anfang April den Aufruf startet, man möge als gemeinsame Aktion gegen die Ohnmacht „sein persönliches Alteisen“ zur Schaffung der Assemblage „Erzengel Michael 2020“ spenden, treffen hunderte von verschiedensten Gegenständen ein: Schippen, Kinderwagenräder bis hin zu einem historischen Mähwerk. Ein Brückenteil und Fassgauben gesellen sich dazu.

Der Künstler nennt es „unseren Schrott“. Zu 100% recyclefähige Überbleibsel unserer stark auf Eisen basierenden Industriekultur; Erinnerungs-geladene Aspekte unseres Alltags. Georg Friedrich Wolf setzt sie als Zeichen der menschlichen Hybris zu einem abstrakten Engel des 21. Jahrhunderts zusammen, dem „Erzengel Michael 2020“, der der Legende nach die justinianische Pest besiegte.

Aus dem Atelier wandert die fertige Skulptur im Juli zunächst auf die Stettbacher Höhe. Inmitten der malerischen Rheinebene entfaltet sie ihre Größe. Viele Spender*innen der Einzelteile, Kunstliebhaber*innen und Anwohner*innen pilgern zu der Skulptur unter freiem Himmel. Die gemeinsame Anstrengung – und gleichsam Hoffnung auf ein Ende der Ohnmacht in der Pandemie ist spürbar. Philip Flämig hat diesen Prozess mit der Kamera begleitet. Sein Kurzfilm zeigt sowohl die Energie des Künstlers als auch die Stärke des Stahls, aber vor allem die verbindende Kraft der Kunst.

Als die Skulptur Ende August auf dem neu gestalteten Friedensplatz aufgestellt wird, entflammt eine Diskussion, die kontroverser nicht sein könnte. In Gesprächen und Korrespondenzen erreichen Wolf begeisterte wie wütende Zurufe. Der Künstler geht persönlich auf die Kritik ein, spricht mit den Unterstützern wie Schmähern, ebenso wie mit den Passanten.

„Mein Hauptziel bei der Entwicklung und Realisierung der Skulptur war es, in der Situation des Lockdown Kommunikation zu erzeugen, Menschen zusammen zu bringen; wenn schon nicht körperlich an einem bestimmten Ort, dann doch durch eine gemeinsame Aussage, ein verbindendes Werk. Dieses Ziel wurde weit übertroffen: mehrere hundert Materialgaben, mehrere hundert E-Mails, eine ganze Menge Presseberichte und unzählige Leserbriefe, hunderte, wenn nicht tausende Fotografien“, sagt Wolf.

Dass die Wahrnehmung der Großplastik so vielfältig wie verschieden, und vor allem mit Energie-geladen ist, freut und beeindruckt den Künstler. Es scheint als träfe die Skulptur „Erzengel Michael 2020“ den Nerv der Zeit, und spiegelt den repräsentativen Querschnitt der Meinungsäußerungen wider.

Für Rückfragen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an:

WOLF WERK – Halle 109

Georg-Friedrich Wolf

M 0151 5466 3709

T 06151 360 8874

Filmpremiere „Portrait des Entstehungsprozess Erzengel Michael 2020“

Ort: Vor dem Institut für Neue Technische Form, Friedensplatz 11, 64283 Darmstadt; Zeit: Freitag, 09. Oktober 2020, 19.00 Uhr

Programm: Einführung: Georg-Friedrich Wolf, Stahlbildhauer ; Filmvorführung: Kurzfilm „Portrait des Entstehungsprozess Erzengel Michael 2020“, Philip Flämig

Mit freundlicher Unterstützung von Wissenschaftsstadt Darmstadt, Institut für Neue Technische Form e. V., Herzblut & Zinke, Baugeschäft Wehe & Kiesling, Statikbüro Dipl. Ing I. Schmidt, Remedia Thomas Hein, Umweltservice Uwe Hedderich

Adieu, Grandseigneur des Informel und des Tachismus

Georg Nothelfer auf der art Karlsruhe 2013. Foto: Von Harald Krichel – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25560747

Ich werde ihn vermissen, diesen Kunstbesessenen, Urgestein der Berliner Galerien-Szene, behäbiger Vertreter seiner Zunft auf den Messen der Kunstwelt! Galerist aus voller Überzeugung, im Glauben an das Verbindende wie gleichsam Verbindliche der Kunst. Er unterstützte seine Künstler und baute sie auf. Gestand aber ebenso ein, dass es Zeiten gab, in denen nicht er die Künstler versorgte, sondern sie ihren Galeristen „durchzogen“.

2021 hätte Georg das 50jährige Jubliläum seiner Galerie begehen können. Zusammen mit seinem langjährigen Team Irene Schumacher und Vera Ehe. Seine Frau Katharina war 2017 verstorben. Und noch letztes Jahr repräsentierte der 81jährige seine Künstler persönlich auf der Art Basel. Unermüdlich im Einsatz für die Bildende Kunst. Und immer noch streitbar in der Diskussion um Kulturpoltik und Kunstmarkt. Mit Argumenten aus seinem reichen Erfahrungsschatz und vielfältigen Aktionen für die Kunst.

Allen voran seine Pop-Up-Galerie – wie man heute sagen würde – zur documenta 6 (1977) mit Werken des Informel , die gleichzeitig als Künstler-SleepIn diente. Eigentlich mit drei Galeristenkollegen geplant, sollte ein leerstehendes Bürogebäude am Kasseler Hauptbahnhof zu einer Ausstellungsfläche umgestaltet werden. Doch die drei Mitstreiter sprangen im letzten Moment ab. Quasi über Nacht wurde das Büro umgebaut und hergerichtet, so dass noch während der Eröffnung die Wände weiß getüncht wurden. Nothelfer konnte so nicht nur dem kunstinteressierten Kasseler Publikum die Stars des Informel präsentieren, er wurde auch zum Helfer in der Not. Angereisten, die keine bezahlbare Unterkunft mehr fanden, bot er in den freigebliebenen Räumen des Büros eine günstige Schlafgelegenheit.

Eduard Chillida: Berlin, 1999-2000. Corten-Stahl, H 5,5 x B 4,25 x T 4,45 m
Foto: Andreas Thum / CC BY-SA

2001/2002 sorgt er dafür, dass die unsensibel vor dem neuen Kanzleramt aufgestellte viele Tonnen schwere Stahlskulptur „Berlin“ von Eduardo Chillida angemessen umgesetzt wird – und mittlerweile als Wahrzeichen für die politischen Berichterstattung aus der Hauptstadt gilt . Zwei scheinbar schwebende geschwungene Stahlelemente greifen hier ineinander. Wie Hände oder Finger berühren sie sich aber nicht. Trotz der großen Nähe besteht hier auch die Distanz. Jeder steht für sich alleine, sucht aber den Kontakt zum Anderen. Ein starkes Symbol der Wiedervereinigung – von Kunst und Politik.

Seine Überzeugung und Leidenschaft drückt der Publizist Georg Nothelfer in der mit seinem Freund Manfred de La Motte 1991 verfassten Anthologie über die abstrakte Kunst „L’art moral – Die Würde und der Mut“ aus. Das Buch stellt über neunzig internationale Künstler aus dem abstrakt-expressionistischen Bereich vor und verweist damit – heute wie damals (1991 als Reaktion auf die Ausstellung „Deutsche Kunst im 20. Jahrhundert“ in der Stuttgarter Staatsgalerie verfasst, bei dessen großangelegtem Rückblick auf die deutsche Kunst, die Stilrichtungen Tachismus und Informel vollständig übergangen worden waren) – auf die eminente Bedeutung dieser Kunstrichtung hin.

Bei einem meiner letzten Besuche in der Galerie gab Georg es mir noch einmal an die Hand – als Studium der neueren deutschen Kunstgeschichte. Und als Erzählung seiner Lebensgeschichte- wie mir scheint: Mit Würde und Mut!

„Die Würde und der Mut – l’art moral“ Hrsg. Manfred de la Motte, 1991, Texte von Manfred de la Motte, Henri michaux, Julien Avard, Pierre Restany, René Déroudille, Michel Tapié, Otto van de Loo

http://www.galerie-nothelfer.de/publikationen6.html

Migrantas für die Shortlist des LupoLeo Award 2020 nominiert

BILDER DER VIELFALT – ein Schul-Projekt zum Thema
„Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft„. Foto: migrantas.org

bilder der vielfalt

Das Kindernetzwerk United Kids Foundations initiiert 2020 anlässlich seines 15. Geburtstags erstmals den LupoLeo-Award. Die Auszeichnung wird für herausragendes soziales Engagement im Kinder- und Jugendbereich in Deutschland vergeben.

Das Berliner Kollektiv Migrantas hat sich mit seinem Schulprojekt BILDER DER VIELFALT – Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft um diesen mit insgesamt 100.000 Euro ausgelobten Preis beworben und hat die Qualitatsprüfung bestanden.

BILDER DER VIELFALT – Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft ist Schulprojekt für Kinder der 4. bis 7. Klasse im Land Brandenburg. Mit Hilfe von Piktogrammen – entwickelt in Workshops mit Menschen unterschiedlicher ethnischer, sozialer, kultureller, nationaler und religiöser Prägungen, die ihre persönlichen Erlebnisse von Krieg und Flucht über Zeichnungen mitgeteilt haben –  werden die Schüler*innen vom Kollektiv Migrantas eins zu eins an wichtige Fragen des Zusammenlebens in der heutigen Einwanderungsgesellschaft herangeführt. Anhand der stilisierter Zeichnungen aus gelebten Geschichten von Migrant*innen, setzen sich die Kinder mit Themen wie Krieg, Flucht,  Chancengleichheit,  Identität auseinander und können so ihre Wahrnehmung von Migration reflektieren.

Eine visuelle Sprache der Migration

Sichtbar zu machen, was Menschen mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus und mit verschiedenen kulturellen und sozialen Hintergründen über Migration, Identität, Zusammenleben und interkulturellen Dialog denken – das ist das Ziel von Migrantas.

Entwicklung einer visuellen Sprache der Migration von migrantas.org

In seinen zahlreichen Projekten bedient sich Migrantas der Werkzeuge der Kunst, des Designs und der Sozialwissenschaften. Die Mitglieder des Kollektivs, selbst nach Deutschland eingewandert, konzipieren ihre Arbeit partizipativ mit den Teilnehmer*innen in den Workshops, verdichten deren Zeichnungen grafisch-künstlerisch zu Piktogrammen und verbreiten diese öffentlichkeitswirksam in die Stadt. Empfindungen und Lebensrealitäten von Teilnehmer*innen gelangen so aus dem individuellen in den öffentlichen Raum. Die urbanen Installationen regen Passant*innen zur Reflexion an: ihre Gedankengänge und ihr Austausch darüber vervollständigen das Werk.

Das gesamte Projekt – von den Workshops bis hin zu den urbanen Aktionen – versucht die Lücke der Repräsentation von Migration zu füllen;  es beantwortet die sehr wichtige Frage unserer Zeit der kulturellen Wende „Wer spricht?“ zu beantworten.

Die Workshops schaffen dabei einen Raum für Begegnung, Dialog und gegenseitigem Verständnis. Sie stehen für das Empowerment der Teilnehmer*innen. Denn das besondere an den Projekten von Migrantas ist, dass alle Mitwirkenden auf Augenhöhe interagieren: es gibt kein hierarchisches System. Auch die Mitglieder des Kollektivs verstehen sich als Teil der Gruppe.

Migration Nicht von der bildenden Kunst isolieren

Die spartenübergreifende Zusammenarbeit von Migrantas mit unterschiedlichen Akteur*innen der Zivilgesellschaft isoliert die Diskussion um das Thema Migration nicht von der bildenden Kunst. Vielmehr geht es darum, mit vereinten Mitteln der Kunst, des Designs und der Sozialwissenschaften soziale Teilhabe auszuüben.

Zeichnungen von Migant*innen und Migrantas Piktogramme aus der visuellen Sprache der Migration. Foto: migrantas.org

Aus allen Projekten, die die Qualitätsprüfung bestehen, wählen Kinder und Jugendliche des Jugendkomitees der United Kids Foundations ca. 20 Kandidat*innen für die Shortlist aus.

Die prominent besetzte Award-Jury der United Kids Foundations entscheidet abschließend über die ersten drei Preise. Der „Wahre Helden“-Award wird über einem Publikums-Voting mit FOCUS Online ermittelt.

Die feierliche Preisverleihung findet am 21. November 2020 in Braunschweig statt. Alle nominierten Projekte der Shortlist werden zur Preisverleihung eingeladen.

Open Air Engel

Wolf-Werk: Erzengel Michael, 2020. Installationsansicht Rheinebene. Photo: Wolf

PREVIEW der Sozial-Skulptur „Erzengel Michael“ in der Rheinebene

Noch bis zum 28. Juli ist die aus gespendetem Alteisen geschmiedete Skulptur „Erzengel Michael 2020“ des Stahlbildhauers Georg-Friedrich Wolf auf der Stettbacher Höhe (Parkplatz Klingelwald) südlich von Darmstadt vor der grandiosen Kulisse der Rheinebene zu bewundern.

Inspiriert von der Geschichte um die Engelsburg in Rom hatte Wolf die Bürger*innen Darmstadts und Umgebung im April aufgefordert „ihr“ Alteisen für einen Engel gegen die Seuche in sein Atelier, die Halle 109, zu bringen.

„Der Engel verlässt das Atelier. Die Skulptur beginnt zu atmen. Ich sehe das Werk zum ersten Mal selbst, befreit von Werkstatt und Werkzeug. In der Naturkulisse entfaltet sich der ganze Gegensatz zum eitlen Menschenwerk. Dies ist für mich die eigentliche Geburt der Skulptur“, sagt der Künstler

Wolf-Werk: Erzengel Michael 2020. Stahlskulptur.

Als Zeichen gegen die Ohnmacht in der Pandemie zieht die Skulptur alle Kunstliebhaber magisch an. Kommenden Monat soll sie im Zentrum Darmstadts eingeweiht werden.

Der Engel gegen die Seuche

Entwurf der Stahlskulptur "Erzengel Michael 2020" des Bildhauers G.-F. Wolf auf dem Fußboden seines Ateliers Halle 109 in Darmstadt.
Entwurf „Abstraktion Erzengel Michael“ 2020. Photo: Wolf

Der Darmstädter Stahlbildhauer Georg Wolf verwandelt gespendetes Alteisen in eine abstrakte Skulptur.

Als Reaktion auf die Corona Pandemie rief Wolf im April die Einwohner Darmstadts und Umgebung auf, Fragmente aus Stahl oder Eisen in sein Studio, die Halle 109 im Darmstädter Pallaswiesenviertel, zu bringen. Auf seiner Webseite und auf seinem Instagram-Profil dokumentiert er die eingegangenen Alteisenspenden und auch den Entstehungsprozess der Skulptur, die den Menschen angesichts der Ohnmacht gegen das Virus, Mut und Zuversicht zurückgeben soll.

Die Aktion war sehr erfolgreich. Viele Darmstädter Bürger haben Wolf mit ihren Stücken inspiriert. Jedes Teil erzählt seine eigene Geschichte, wie der Künstler berichtet. Ob Gullideckel, Kinderwagenachse, Mistgabel, Kamingrill oder einfach ein Stück Eisen, Wolf sammelt und verarbeitet alles, was ihm gespendet wurde. Selbst ein Stück Darmstädter Brückenträger wird zum Bau der großen abstrakten Engelsskulptur verwendet. Ein Kunstwerk der Solidarität.

Die aus vielen zusammengetragenen Einzelteilen entstehende Skulptur abstrahiert den Erzengel Michael, wie er über der römischen Engelsburg steht. Der Erzengel wird dort als Bezwinger der Pest dargestellt, wie er zum Zeichen des Sieges über die Seuche sein Schwert zurück in die Scheide steckt.

Jetzt hat die spannende Phase begonnen, in der sich die verschiedenen Einzelteile unter seiner Hand in ein Kunstwerk verwandeln. Online kann man den Fortgang des Werkes beobachten; zum Beispiel die Entstehung des 5m hohen Flügels.

Von der aktuellen Situation angetrieben, thematisiert Wolf mit seiner Aktion Kultur und Solidarität als Phänomen von Gesellschaft. Es darf und soll jede*r ein Stück beitragen. Der Künstler setzt alle Stücke zu einem großen gemeinsamen Kunstwerk zusammen.

„Karitas, Solidarität, Geist und Seele sind die herausragenden Eigenschaften, die uns als Menschen auszeichnen. Daraus schaffen wir Kultur!“, sagt Wolf. Gerade in dieser Krisenzeit hebt der Künstler die Kultur hervor, die den Menschen vom reinen Überlebenstrieb des Tieres unterscheide. Kultur gibt dem Menschen Identität und Würde. „Gerade jetzt sind das fundamentale Werte“, betont Wolf.

Der Stahlbildhauer setzt sich mit der menschlichen Hybris, dem Glauben, die Natur beherrschen zu können, anhand seiner Stahlskulpturen vielfach auseinander. „Wie sehr das ein Irrtum ist, führt uns die Epidemie vor Augen. Auch unsere technische „Macht“ kann uns nur sehr bedingt schützen,“ so Wolf.

Die Aktion, gemeinsam die abstrakte Erzengel-Michael-Skulptur zu errichten, soll der Intention des Künstlers nach Kraft spenden, die Corona-Krise zu überwinden.

Links:

Webseite des Künstlers: https://www.wolf-werk.com

Der internationale Kunstmarkt im Wandel

Der internationale Kunstbetrieb befindet sich in einer riesigen Umstrukturierung: Ein aufgeheizter Kunstmarkt befördert die Monopolisierung auf einige wenige Player, gegenüber einer steigenden Zahl von Künstler*innen und Kunstliebhaber*innen, die kaum Anteil an dem von den Medien so farbenfroh ausgemalten „Hype“ haben.

Social Media auf dem Vormarsch

Gleichzeitig ermöglicht die Digitalisierung eine immer größere Partizipation am Kunstmarkt, vor allem über die Social Media. Künstler*innen wie Kunstliebhaber*innen produzieren und konsumieren „ihre“ Kunst im digitalen Raum. Hinzu kommt, dass der Anteil an digitaler Kunst wie auch digitaler Präsentationsformen von Kunst im Netz stark ansteigt.

Vor dem Hintergrund des digitalen Wandels – auch im Kunstbetrieb – nutzt BAM! innovative Formen digitaler Vermittlung von Kunst, wie zum Beispiel Social Media Anwendungen.

Den Primärmarkt im Focus

BAM! Berlin Art Management berücksichtigt vor allem den Primärmarkt, d.h. direkt die Produktion aus den Ateliers. Eine Lösung, bei der individuelle Beratung direkt in professionelle Umsetzung, beziehungsweise Begleitung künstlerischer Projekte und Interessen mündet.