Wolf Vostell – SUN IN YOUR HEAD

Ausstellung zum 50-jährigen Jubiläum des Museo Vostell Malpartida vom 17. Okt. 2026 bis Mai 2027

Mit einem Videoprogramm mit Nevin Aladağ, Natalie Bookchin, Daniel Canogar, Nezaket Ekici, Eva & Franco Mattes, Bjørn Melhus, Rosa Menkman und Sabrina Ratté

Anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums präsentiert das Museo Vostell Malpartida (MVM) die Ausstellung Wolf Vostell: Sun in Your Head. Im Mittelpunkt stehen Vostells frühe Fernsehwerke, darunter 6 TV Dé-coll/age (1963), eine Leihgabe des Museo Reina Sofía, die Installation You (1964) und das Video Sun in Your Head (1963).

Ein Videoprogramm mit acht internationalen Beiträgen, von Nevin Aladağ bis Sabrina Ratté, überträgt Vostells Frage nach dem manipulierten Bild in den digitalen Bildstrom – vom PAL-Signal über Found Footage bis hin zu KI-generierten Bildern.

„Wir leben in einer Zeit, in der niemand mit Sicherheit sagen kann, ob ein Bild von einer Kamera aufgenommen oder von einer Maschine erzeugt wurde. Vostell hat diesen Zustand bereits 1963 vorausgesehen. Als er das Fernsehbild direkt vom Bildschirm filmte und es zerfallen ließ, war genau das sein Anliegen: zu zeigen, dass jedes Medienbild konstruiert ist.“


Levin Vostell, Kurator und künstlerischer Leiter des Museo Vostell Malpartida

Bereits Ende der 1950er Jahre, lange bevor das Medium Video existierte, machte Wolf Vostell das Live-Fernsehbild zum Material der Kunst. Das zugrunde liegende Prinzip hatte er 1954 entdeckt, als er in Le Figaro in einer Schlagzeile über einen Flugzeugabsturz auf das Wort „dé-coll/age“ stieß: abreißen, ablösen, verwischen.

Der Ursprung dieser Arbeit mit dem Fernsehbild liegt in der Extremadura. 1958 kam Vostell zum ersten Mal nach Cáceres, und im selben Jahr entstanden in Cáceres der Zyklus Transmigración (1958) sowie in Leverkusen die Installation Das schwarze Zimmer (1958/1959) – die ersten Werke in der Kunstgeschichte, in denen ein laufender Fernseher integriert wurde. In TV für Millionen (1959) griff Vostell dann erstmals direkt in das Fernsehbild ein: Die Live-Übertragung selbst wurde zum Material.

Die erste Videoinstallation 6-TV-Dé-coll/age von WOLF VOSTELL aus dem Jahr 1963 in einer Rekonstruktion von 1995 für das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid
Wolf Vostell, 6 TV Dé-coll/age, 1963, Rekonstruktion 1995. Environment: sechs Aktenschränke, sechs Fernsehgeräte, Telefon. Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid

Parallel dazu wurde Vostell zum Begründer des Happenings in Europa. You, ein Happening, das er 1964 zunächst auf Long Island inszenierte, führte zur Entstehung der gleichnamigen Environment-Installation mit Krankenhausbetten und eingeschalteten Fernsehgeräten. Beide Werke werden in ihren Rekonstruktionen von 1995 in der Ausstellung gezeigt.

Das Environment YOU aus dem gleichnamigen Happening von 1964 in einer Rekonstruktion des Nachlass WOLF VOSTELL aus dem Jahr 1995
Wolf Vostell, „You“, 1964, Rekonstruktion 1995. Environment: drei Krankenhausbetten, drei Fernseher, Antennen. Der Nachlass von Wolf Vostell

1976 gründeten Mercedes und Wolf Vostell das Museo Vostell Malpartida (MVM) in dem historischen Komplex einer Wollwaschanlage aus dem 18. Jahrhundert – eines der ersten Museen für zeitgenössische Kunst in Spanien. Vostell konzipierte es als „Museo sin muros“, ein Museum ohne Mauern, in dem Kunst und Natur ein gemeinsames Format bilden. Sein Gründungswerk, VOAEX (1976), ein in Beton gegossenes Automobil, steht noch immer inmitten der Granitfelsen des Naturdenkmals Los Barruecos in der Nähe von Malpartida de Cáceres (Extremadura, Spanien).

Die Ereignis-Skulptur VOAEX - ein einbetonierter Opel Admiral inmitten des Naturdenkmals Los Barruecos in Malpartida de Cáceres, Extremadura/Spanien
Wolf Vostell: VOAEX – Viaje Hormigon en Alta Extremadura, 1975. Ereignisskulptur in Los Barruecos, Naturdenkmal bei Malpartida de Cáceres

„Mercedes und Wolf Vostell eröffneten dieses Museum 1976 in einer Wollwaschanlage in Los Barruecos, in einem Land, in dem es damals kaum Orte für zeitgenössische Kunst gab. Vostell nannte es ein Museum ohne Wände. Fünfzig Jahre später nehmen wir ihn beim Wort und stellen seine Fernseh- und Videoarbeiten neben Werke zeitgenössischer Künstler, die das Bild heute mit demselben Misstrauen betrachten, das Vostell einst hegte. Das Museo Vostell Malpartida bewahrt nicht nur das, was einmal war. Es zeigt, wie sich sein künstlerischer Ansatz, die Dé-coll/age, weiterentwickelt hat.“

Levin Vostell

02   DAS VIDEOPROGRAMM

Standbilder aus der Video-Choreographie MASS ORNAMENT von NATALIE BOOKCHIN aus dem Jahr 2009
Natalie Bookchin: Mass Ornament, 2009. Video-Choreographie aus Youtube-Videos zu einer Filmmusik. Video still

Acht internationale Positionen führen Vostells künstlerische Strategie der dé-coll/age fort: das Bild als Material, nicht als Botschaft, nun im digitalen Bildstrom. Die Werke laufen auf Bildschirmen, die auf Sockeln unterschiedlicher Höhe aufgestellt sind, angelehnt an die 6 TV Dé-coll/age. Was Vostell 1963 mit sechs Fernsehgeräten begann, setzt sich hier in acht Videoarbeiten fort, deren Bilder aus dem Internet, aus Überwachungssystemen und aus generativen Programmen stammen.

Standbild aus der Videoarbeit THE COLLAPSE OF PAL von ROSA MENKMAN aus dem Jahr 2010
Rosa Menkman: The Collapse of PAL, 2010. Standbild.

Drei Werke greifen direkt in das Signal ein. In The Collapse of PAL (2010) lässt Rosa Menkman Walter Benjamins Engel der Geschichte, das Ende des analogen PAL-Signals betrachten: Für tot erklärt, lebt es als Spur in den vermeintlich besseren digitalen Technologien weiter. In Transit (2011) verwandelt Sabrina Ratté eine beleuchtete Karte von Paris mittels Videofeedback in eine fließende elektronische Landschaft. Daniel Canogars generatives Werk Wayward (2022) bezieht sich explizit auf Vostell: Fünfzig Jahre nach Vostells „Verwischungen“, seinen unscharf gemachten Pressefotos, verarbeitet es die täglichen Nachrichtenbilder der Gegenwart, und da der Nachrichtenstrom niemals versiegt, bleibt das Werk unvollendet.

Drei weitere Künstler arbeiten mit dem gefundenen und dem generierten Bild. In Ich weiß nicht, wer das ist (1991) schneidet Bjørn Melhus Figuren aus den Tonspuren von Film und Fernsehen heraus, verkörpert sie selbst und verwandelt die Leinwand in einen Spiegel der Doppelgänger. In Mass Ornament (2009) fügt Natalie Bookchin Hunderte von online geteilten Videos von Menschen, die allein in ihren Zimmern tanzen, zu einem Medienornament zusammen. In Re: Re: Re: Net Art (2025) lassen Eva & Franco Mattes die Netzkunst der 1990er Jahre wiederaufleben, nun generiert durch eine künstliche Intelligenz: 64 maschinengenerierte Websites auf einem Computer, den sie selbst gebaut haben. Das gefundene Bild, mit dem Vostell arbeitete, kehrt hier als maschinell erzeugtes Bild zurück.

Zwei weitere Arbeiten bringen den Körper zurück ins Bild, so wie es Vostells Happenings taten. In Transmission (2020) baut Nezaket Ekici aus schwarzen Skulpturen einen begehbaren QR-Code; wer ihn scannt, wird aus dem Raum zurück ins Netz geschickt. In Raise the Roof (2007) lässt Nevin Aladağ vier Tänzerinnen mit ihren Stöckelschuhen auf einem geteerten Dach an der ehemaligen Berliner Grenze, einst Patrouillenroute der DDR-Grenztruppen, tanzen; der verstärkte Klang ihrer Schritte verwandelt isolierte Bewegungen in eine gemeinsame Form des Widerstands.

„Alle acht Künstler des erweiterten Videoprogramms übertragen Vostells künstlerisches Prinzip, er dé-coll/age, in die Gegenwart. Sie nehmen das Bild, das ihnen die Technologie ihrer Zeit liefert, und greifen gestalterisch in dieses ein. Für Vostell war es das Fernsehbild; hier sind es das PAL-Signal, die Webcam, der Algorithmus.“

Anemone Vostell, Kuratorin des Videoprogramms

Mehr als sechzig Jahre nach Sun in Your Head, in einem Zeitalter synthetischer und algorithmisch generierter Bilder, rückt die Ausstellung Vostells Frage wieder in den Mittelpunkt: Wer erstellt das Bild, das wir für die Realität halten?

Die Ausstellung wurde kuratiert von Levin Vostell · Das erweiterte Videoprogramm wurde kuratiert von Anemone Vostell · Eine Koproduktion mit dem Goethe-Institut Madrid  ·  Malpartida de Cáceres, Oktober 2026

Bjørn Melhus: Ich weiß nicht wer das ist, 1991. Video-Standbild.

Info on Books

21. November 2024 ab 20 Uhr
im Café Babette, Berlin-Neukölln

Endlich ist sie da, die retroaktive Künstler-Monographie MK Kaehne – Π = 3,14159 mit einem Text von Kunstkritikerin Brigitte Werneburg und einem Interview von Anemone Vostell mit MK Kaehne. 176 Seiten stark, mit über 140 Abbildungen aus dem Gesamtkunstwerk des deutsch-russischen Konzeptkünstlers, von den 1990ern bis zu brandneuen Arbeiten direkt aus dem Atelier.

Gestaltet von Felix Müller – muellerandfriends.com und gedruckt bei Katalogdruck-Berlin.de stellen wir die im DCV-Verlag erscheinende Publikation gemeinsam auf der kleinen aber feinen Kunstbuch-Messe Info on Books im Café Babette des Kindl – Zentrums für zeitgenössische Kunst in Berlin Neukölln vor.

Impression INFO ON BOOS

„Info on Books“ ist eine regelmäßige Veranstaltung im Café Babette, bei der Künstler und Kunstverleger ab 20 Uhr ihre neuesten Publikationen vorstellen.

Die Publikation wurde ermöglich durch die Präsentationsförderung des Berliner Senats für Kultur, sowie die freundliche Unterstützung der Galerie Hartwich, Rügen sowie Dr. Erika Habermalz – ehm. Galerie Hartwig Bremen.

Impression INFO ON BOOKS im Kesselhaus des KINDL Zentrums für zeitgnössiche Kunst

Der am selben Tag frisch aus dem Druck kommende Katalog ist vor Ort und über den DCV-Verlag für 35 Euro erhältlich.

MK Kaehne – BAR DELUXE

The Reversal of the Readymade

29. November 2024 – 9. März 2025

MK Kaehne - Bar Deluxe, 2004. Polyester, Chrom, Leder, 87 x 270 x 250 cm (geöffnet)
MK Kaehne – Bar Deluxe, 2004. Polyester, Chrom, Leder, 87 x 270 x 250 cm (geöffnet)

Die Ausstellung BAR DELUXE des Konzeptkünstlers MK KAEHNE nimmt Bezug auf die Fluxus-Sammlung des Museo Vostell Malpartida – Donation Gino di Maggio und zeigt eine Auswahl von Skulpturen, Objekten und Fotografien aus seinem erweiterten Werkzyklus Bar.

Vor dem Hintergrund des russischen Konstruktivismus und des Moskauer Konzeptualismus hinterfragt KAEHNE die zeitgenössische Idee von Kunst.
Während Duchamp das Urinal zum Readymade erklärte und damit seine Funktion leugnete, betonten Fluxisten wie George Brecht in Werken wie Sink, das in der Sammlung des Museums gezeigt wird, die Absurdität des Alltäglichen.

George Brecht: Sink, 1962 - 1963. Donation Gino Di Maggio im Museo Vostell Malpartida
George Brecht: Sink, 1962 – 1963. Donation Gino Di Maggio

KAEHNE seinerseits bedient sich der Grammatik des Surrealismus, des Dadaismus und des Fluxus und verwandelt die hyperästhetische Funktionalität seiner Objekte und Skulpturen in Kunst.

Neben der Arbeit Bar Deluxe (2004) sind zentrale Werke wie Die Vorliebe der Bourgeoisie für den Surrealismus… (2011) bis hin zu brandneuen Arbeiten wie Partygirls und Stecker, beide aus diesem Jahr in der Ausstellung zu sehen. 

MK Kaehne: Partygirls, 2024. Fotoprint, Passepartout, gerahmt, Ed. 5, 45 x 58,5 cm.
MK Kaehne: Partygirls, 2024. Fotoprint, Passepartout, gerahmt, Ed. 5, 45 x 58,5 cm.

Vernissage unter Anwesenheit des Künstlers

29 November 2024 – 7.30 pm

Museo Vostell Malpartida
Carretetera de Los Barruecos s/n
10910 Malpartida de Cáceres
Extremadura/Spain

Aktuelle Infos finden Sie auf der Facebook-Seite

MK Kaehne – BAR DELUXE

sowie hier:

https://www.facebook.com/museovostellmalpartida

MK Kaehne – Pi = 3,14159

Eine retroaktive Künstlermonographie im DCV-Verlag

MK Kaehne: Day (Koffer: Selbst), 2001, Fotografie, 120 x 160 cm.
MK Kaehne: Day (Koffer: Selbst), 2001, Fotografie, 120 x 160 cm.

Die Biografie des Konzeptkünstlers MK Kaehne (geb. 1963 in Vilnius, lebt und arbeitet in Berlin) oszilliert zwischen Vilnius, Moskau und Berlin.

Vom russischen Konstruktivismus geprägt, zeichnet und baut er Koffer-Skulpturen in Warenhausästhetik, eine Umkehrung des Readymade-Prinzips. Sein Schwerpunkt verlagert sich allmählich vom Formalen zum Psychologischen, hin zu lebensgroßen Figuren wie It’s me (2023): eine hyperrealistische Nachbildung seiner selbst, kopfüber im Schlamm liegend, daneben ein Gartenzwerg.

Kaehne arbeitet streng analytisch, die Ergebnisse aber sind voller Tragik und Ironie. Absichtslose Zeichnungen, in denen Biografisches, Dadaistisches und Politisches verschmelzen, begleiten sein Oeuvre. Ein Gesamtkunstwerk, das die persönliche wie gesellschaftliche Entwicklung nachzeichnet.

MK Kaehne, Koffer: Landschaft, 2005, mixed media, Polyester, Dia/Neon, Chrom, Leder, 188 x 220 x 200 cm (geöffnet). Foto, Arwed Messmer
MK Kaehne, Koffer: Landschaft, 2005, mixed media, Polyester, Dia/Neon, Chrom, Leder, 188 x 220 x 200 cm (geöffnet). Foto, Arwed Messmer

Aus der Malerei kommend, entwickelt Kaehne zunächst Objekte zur Beobachtung und Vermessung des Bildraumes, zeichnet, konstruiert und baut Koffer-Skulpturen, mit denen er Gesellschaftliches, wie Autobiographisches thematisiert. Geprägt vom russischen Konstruktivismus, hineinkatapultiert in die Wendezeit verfolgt er quasi eine fluxistische Strategie, die Brüche seiner Zeit zu verarbeiten.

MK Kaehne ist Bildhauer, der Systeme präzise plant und baut. In ihrer detaillierten Mechanik und konsequenten Ausführung sind seine Skulpturen luxuriöse Erfüllungsbaukästen, die vom Schneebesen bis zur Krawattennadel alles bieten, was man im Alltag braucht. Aber Kaehne ist kein Designfetischist! In ihrer Warenhausästhetik sind seine Werke Kunstobjekte, mit denen er die geschönte Sichtweise der Konsumwelt brechen will.

Grammatikalisch-formal wie inhaltlich-diskursiv stellt er sich in den Kontext seiner Vorbilder Malewitsch oder auch Duchamp. Sucht ein Bild zu kreieren, das stimmig ist, gedanklich und formal. Präzise formuliert der Bildhauer in seinen Objekten die gesellschaftlichen Themen seiner Zeit, nimmt den konstruktivistischen Anspruch ernst.

MK Kaehne, Portrait (My mother was…), 2020/21, Silicon, Haare, Holz, Sweatshirt bestickt, 181 x 68 x 52 cm mit Sockel, Foto Eric Tschernow

In seinen jüngsten Arbeiten verlagert sich der Schwerpunkt vom Formalen mehr zum Psychologischen. Kaehne kreiiert nun lebensgroße Figuren, wie z. Bsp. „It’s me“ (2023). Eine hyperrealistische Nachbildung seiner selbst, kopfüber im Schlamm liegend, neben einem schelmischen Gartenzwerg. Die Arbeit am Thema ist stets streng analytisch, Kaehnes Resultate aber sind ironisch.

Projektionsfläche ist das biografische Erleben des Künstlers. Die Subjektivität wird so weit abstrahiert, dass sie zum Kunstwerk wird. „Alles kann in die Kreativität einfließen, durch wachsames Beobachten. Ohne Absicht, ohne Wollen“, so MK Kaehne, aber „es muss unbedingt wertfrei sein!“

In einer Endlos-Serie datumsloser Zeichnungen „P=3,141…“, die sein komplettes Oeuvre begleiten, lässt Kaehne Biografisches, Dadaistisches und Politisches miteinander verschmelzen. Ein Gesamtkunstwerk, das wie kein anderes die persönlichen wie gesellschaftlichen Entwicklungen vor dem Hintergrund einer Ost-West-Biografie nachzeichnet, ge- und erlebt vor allem in Berlin Prenzlauer Berg.

MK Kaehne: Stalin mit Ameise, o.D. Tusche/ Papier, Prägung auf Passepartout, zweiteilig, 
19,7 x 31,5 cm / 16,2 x 31,5 cm, Rahmenmaße 67 x 50 cm, Foto Eric Tschernow.
MK Kaehne: Stalin mit Ameise, o.D. Tusche/ Papier, Prägung auf Passepartout, zweiteilig,
19,7 x 31,5 cm / 16,2 x 31,5 cm, Rahmenmaße 67 x 50 cm, Foto Eric Tschernow.

Die zeitgeschichtliche Einordnung seines Werkes wird durch einen Text der Kultur-Journalistin Brigitte Werneburg vorgenommen. Werneburg war Redakteurin bei der taz – die tageszeitung und hat Kaehnes Werke bereits 1995 in der Galerie Johannes Zielke und 2017 bei Michael Schultz besprochen. Ergänzt durch ein Gespräch mit der langjährigen Kennerin seines Werkes, Kulturmanagerin Anemone Vostell, in dem Kaehne sein künstlerisches Selbstverständnis erläutert, das im Spannungsfeld von Ost-Sozialisation und West-Erlebnis, staatlicher Protektion und Markt-Freiheit steht.

Die Monographie bildet eine chronologische Übersicht seiner wichtigsten Werke in fließendem Übergang ab: von den Anfängen der Malerei über erste Installationen und Objekte, unterbrochen von Zeichnungen, bis hin zu den teils fotografisch inszenierten Skulpturen.

Insgesamt ist die retroaktive Monographie als bilanzierende Positionierung des Künstlers in unseren Zeiten des Umbruchs, aber vor allem auch vor dem Hintergrund der weltpolitischen Ereignisse, quasi in der Umkehrung des Mauerfall-Phänomens, zu lesen, für das das Berlin der Vor- und Nach-Wendezeit steht.

Cover mit Zeichnung "Pi=3,141..." von MK Kaehne. Gestaltung: müller&friends grafikdesign.
Cover mit Zeichnung „Pi=3,141…“ von MK Kaehne. Gestaltung: müller&friends grafikdesign.

Die Kreiszahl Pi=3,141… beschreibt das Verhältnis von Umfang zu Durchmesser und hat unendlich viele Nachkommastellen. Darin sind bislang keine vorhersagbaren Muster erkennbar, die Ziffernfolge erscheint chaotisch und ist somit eine Konstante ohne Einheit.

In konsequenter Logik aus der räumlichen Arbeit eines Bildhauers übersetzt Kaehne dieses Prinzip der Irrationalität auf die Gestaltung des Katalogs, indem die chronologische Übersicht seines Gesamtkunstwerks, den fließenden Übergang von der Malerei, über die „Werkzeuge zum Koordinieren und Beobachten“ bis hin zu den Objekten und Skulpturen, durch absichtslose Zeichnungen unterbricht, und gleisam den Kreis seines künstlerischen Schaffens schließt.

Die Gestaltung des im November 2024 im DCV-Verlag erscheinenden Katalogs erfolgt in Zusammenarbeit mit der Gestaltungsplattform müller&friends grafikdesign. von Prof. Felix Müller.

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin, sowie mit freundlicher Unterstützung von Dr. Erika Habermalz, ehm. Galerie Hartwig, Bremen und Galerie Hartwich, Rügen.

Sculpture Network’s Emerging Sculptor Award 2024

BAM! nominierte Künstlerinnen besetzen die ersten beiden Plätze des neu ins Leben gerufenen Preises für aufstrebende Bildhauer*innen

Ruta Putramentaite, Creature No. 17 (detail), 2023. Garbage, paper mache, soil, sugar, bioplastic, flax seeds, wood, bones, approx. 2m x 1m x 1m
Ruta Putramentaite, Creature No. 17 (detail), 2023. Garbage, paper mache, soil, sugar, bioplastic, flax seeds, wood, bones, approx. 2m x 1m x 1m

Zum ersten Mal vergibt Sculpture Network, das führende Netzwerk für dreidimensionale Kunst in Europa, drei Preise, um den künstlerischen Weg aufstrebender Bildhauer*innen zu unterstützen. BAM! Berlin Art Management nomierte die beiden ersten Plätze: Der erste Preis geht an Ruta Putramentaite (geb. 1989, LT), der zweite Preis an Jindřiška Jabůrková (geb. 1995, CZ). Der dritte Preis an Nevena Ekimova (geb. 1984, BG).

Die Koordinator*innen des Netzwerks waren aufgefordert, mindestens drei Künstler*innen im Alter von bis zu 40 Jahren für den Preis zu nominieren, der an keinerlei Auflagen gebunden, und mit jeweils 3.500, 2.500 und 1.500 Euro dotiert ist.

Portrait of young artist Ruta Putramentaite (LT/CZ)
Ruta Putramentaite (LT/CZ)

Platz 1 belegt Ruta Putramentaite aus Litauen. Sie hat einen unverwechselbaren und interaktiven Weg eingeschlagen, um der Frage nachzugehen, was es bedeutet, Mensch im 21. Jahrhundert zu sein. Sie bewegt sich an der Grenze zwischen persönlichen und kollektiven Spuren und konzentriert sich auf die asymmetrische Beziehung zwischen Natur und Mensch. In ihren Arbeiten, in denen sie die verschiedensten Medien einsetzt, darunter Skulptur, Schrift, Audio und Performance, verbindet sie die Wiedergabe übernommener Botschaften mit ihrer eigenen Agenda.

Installation by Ruta Putramentaite, No Title, 2023. Garbage, paper mache, kombucha leather, soil, sugar, wood, bones, dimensions variable
Ruta Putramentaite, No Title, 2023. Garbage, paper mache, kombucha leather, soil, sugar, wood, bones, dimensions variable

Wir treffen auf Fragmente der Hinterlassenschaft menschlicher Aktivitäten und ihrer Wirkung auf die Umwelt. Durch ihre Installationen wird die Verflechtung von industriellen und natürlichen Prozessen offengelegt, konzeptionelle Unterscheidungen werden in Frage gestellt und ihr wechselseitiger Einfluss sichtbar gemacht. Ihre einzigartige Fähigkeit, diese existenziellen Fragen künstlerisch zu transportieren, zeichnet ihre Auseinandersetzung mit unserer Zukunft aus.

Ruta Putramentaite (geb. 1989) stammt aus Litauen, lebt in Tschechien. Sie studierte Fotografie an der Middlesex University in London und ist Absolventin des Prager UMPRUM (Edith Jeřábková und Dominik Langs Studio für Bildhauerei).

Jindřiška Jabůrková: Through Quiet Places you Shall Unite, 2022. Concrete, clay, 35 qm, site-specific installation. Photo: Peter Kolárčik
Jindřiška Jabůrková: Through Quiet Places you Shall Unite, 2022. Concrete, clay, 35 qm, site-specific installation. Photo: Peter Kolárčik

Kuratorin Veronika Čechová (Entrance Gallery, Praha/CZ), mit der ich über das Saloon Netzwerk verbunden bin, macht mich auf die junge Bildhauerin Jindřiška Jabůrková aufmerksam. Sie fasziniert mit ihrer Fähigkeit, magische Welten zu erschaffen. Mit gezielten Gesten, die spielerisch erscheinen, lädt Jabůrková die Betrachter:innen ein, sie auf ihrer fesselnden Reise zu begleiten.

Aus weggeworfenen Materialien, die sie im öffentlichen Raum findet, formt Jabůrková ihre eigenen einzigartigen Objekte. Sie erscheinen uns wie natürlich gewachsene Formen und Strukturen und bilden neue Gegenstände ohne Funktionen, die in ihrem eigenen Kosmos unser tägliches Handeln hinterfragen. Ihre künstlerischen Arbeiten ähneln Landschaften, wobei die entstehenden Objekte an Narben auf der Haut erinnern und zum Nachdenken über unsere Konsumgewohnheiten anregen.

Jindřiška Jabůrková wurde 1995 in Zlin, Tschechische Republik, geboren und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Prag.

Jindřiška Jabůrková in her studio. Photo by Juliana Vlčková
Jindřiška Jabůrková. Photo by Juliana Vlčková

Den dritten Preis belegt die bulgarische Bildhauerin Nevena Ekimova, nominiert von Künstlerin und Sculpture Network Koordinatorin Marina Bauer.

Nevena Ekimovas tiefe Leidenschaft für den bildhauerischen Ausdruck zeigt sich in ihrer engen Verbindung zum Publikum wider. Ihre visuell beeindruckenden und taktilen Kunstwerke sind eine Mischung aus Poesie und Performance und laden zur aktiven Auseinandersetzung ein.

In ihren Werken erforscht sie die Machtdynamik in Beziehungen und die Traditionen Bulgariens. Ausgebildet in Norwegen, Island und an der schwedischen Kunstakademie Valand, schafft Ekimova eine Verbindung zwischen ihrer internationalen Kunstausbildung und dem kulturellen Erbe ihres Heimatlandes. In Anknüpfung an die Textiltradition von Gabrovo verwendet sie in ihren Werken recycelte Stoffe. Sie überzeugte die Jury mit ihrem erzählerischen Charme und ihrer starken Bindung an das Erbe ihres Heimatlandes. Ekimova ist eine hervorragende Wahl für die Auszeichnung.

Installation „Wooden Wedding“, Autorin Nevena Ekimova / Ausstellung „Everything (is) OK“, Fonds zur Unterstützung künstlerischer Projekte von Frauen, Bulgarischer Fonds für Frauen / Fotografin: Rosina Pencheva
Инсталация „Дървена сватба“, автор Невена Екимова / изложба „Всичко (ни) е наред“, Фонд в подкрепа на артистични проекти на жени, Български фонд за жените / фотограф: Росина Пенчева

Sculpture Network fördert das Medium Skulptur durch die Vernetzung von Künstler:innen, Kunstfachleuten, Kurator:innen und Liebhaber:innen der Bildhauerei in Europa und darüber hinaus. Seine Mitglieder haben die Möglichkeit, ihre Werke auf der Website dieses führenden Netzwerks für dreidimensionale Kunst zu präsentieren, und profitieren von seiner Reichweite. Über die Sculpture Network-Website, die sozialen Medien, den Newsletter sowie Live- und Online-Veranstaltungen werden Skulpturliebhaber:innen international verknüpft.

Das Kuratorium von Sculpture Network, der Künstler und Mitbegründer Hartmut Stielow und die Kunsthistorikerin Laure Debouttiere schlugen vor, den Emerging Sculptor Award ins Leben zu rufen, um aufstrebende Bildhauer:innen im Alter von 25 bis 40 Jahren zu fördern und zu unterstützen.

Für den ersten Platz wurden 3.500,- Euro vergeben, der zweite Preis ist mit 2.500,- Euro und der dritte Preis mit 1.500,- Euro dotiert. Die Preisträger:innen erhalten außerdem eine kostenlose einjährige Mitgliedschaft im Sculpture Network.

Die Koordinator:innen von Sculpture Network, Susanne Ahrenkiel, Marina Bauer, Neus Bergua, Anne Berk, Frank Nordiek, Hilde van Canneyt und Anemone Vostell, haben 32 Kandidaten und Kandidatinnen nominiert. Als Kunstfachleute und Künstler:innen haben sie einen Einblick in die Kunstszene ihrer Länder und der angrenzenden Regionen.

Die Jury war mit Hartmut Stielow, Laure Debouttiere, dem Künstler und Kurator Philipp Morlock unter dem Vorsitz von Künstler und Assistant to the Board Blake Ward besetzt. Nach Durchsicht von 32 beeindruckenden Bewerbungsprofilen und Portfolios traf die Jury ihre Wahl anhand der Kriterien künstlerische Innovation und Experimentierfreude sowie Bekenntnis der Kandidat:innen zum Medium Skulptur.

Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link!

Let’s talk about LOVE

Ein Gespräch mit dem Künstlerpaar Katrin Bongard und Uwe Carow in der Kunstgießerei Altglienicke

Artists Katrin Bongard and Uwe Carow in front of their works
Katrin Bongard und Uwe Carow vor ihren Werken

Katrin Bongard und Uwe Carow bezeichnen sich als „working couple“ Katrin versteht sich als Malerin, auch wenn die meisten Ihrer Arbeiten Wandobjekte sind. Uwe ist Bildhauer und Poet. Seit sie sich in der Hausbesetzer-Szene Berlins der 80er Jahre kennen lernten, leben sie einem fortwährenden Dialog, der sich über ihre Beziehung, Familie, ihr gesamtes – künstlerisches -Schaffen, ihr Sein erstreckt.

Die Ausstellung LOVE YOU – RELATIONS ist das Ergebnis ihrer EXPLORATION #1 – einem Format, das Bongard und Carow in 2022 entwickelten und als Exhibition in Progress bezeichnen. Zwei Künstler erforschen sich gegenseitig, kombinieren ihre Arbeiten, finden neue Wege der Ausstellung, kommunizieren durch Kunst.

Die zweiteilige Plastik "Paar #4" von Uwe Carow, bemalt von Katrin Bongard.
Uwe Carow: Paar #4, 2022/3

Artist Talk – Sonntag 12. November 2023 – 15 Uhr

Kunstgiesserei Altglienicke

Wegedornstraße 46 | 12524 Berlin | Deutschland

Fon: +49(0)30 44 55 181 | Fax: +49(0)30 44 73 23 11

E-Mail: 

Internet: www.kunstgiesserei-altglienicke.de

Is it no more beautiful than that?

Und doch: Schöner ist es nicht? Neueröffnung von CAMP SPACE Berlin

Gemälde der jungen Malerinnen Roxanne Krumm (USA) und Skai (Litauen) in der Pop-Up Galerie CAMP SPACE Berlin
Malerei von Roxanne Krumm and Skai kuratiert von Tayla Camp

7. September bis 2. Oktober 2023

Mit „Is It No More Beautiful Than That?“ / „Und doch: Schöner ist es nicht? Das ist das Ganze?“ eröffnet Kuratorin und Galeristin Tayla Camp (geb. 1991, USA)  einen neuen temporären Kunstraum in Berlin Mitte. Das Projekt Camp Space etabliert sich als Pop-Up Galerie, die insbesondere Frauen und artists of color eine Plattform bietet.

Gallery owner and curator TAYLA CAMP sitting in her black office.
Gallery owner and curator Tayla Camp

Mit der Eröffnungsausstellung werden zwei junge Künstlerinnen auf ihrer komplexen Suche von Enttäuschung und Unzufriedenheit hin zu emotionaler Erfüllung begleitet. Mit neuen stilistisch unterschiedlichen aber thematisch aufeinander bezogenen Werken dokumentieren die Künstlerinnen Roxanne Krumm (geb. 1988, USA) und Skai (geb. 1992, Litauen) ihr entschlossenes, fast zermürbendes, Bemühen um Wahrheit und Lebendigkeit sowohl in sich selbst als auch in der sie umgebenden Realität.

Camp Space will aufstrebenden Künstler:innen, insbesondere Frauen und artists of color würdigen, deren Werke Geschichten erzählen und zur Sinngebung anregen. Durch sorgfältig kuratierte Präsentationen, die sich mit sozialen, kulturellen und politischen Themen auseinandersetzen, gewährt Camp Space eine Plattform für intersektionale Repräsentation. Camp Space bietet Kunstwerke zu Preisen, die auch kleineren Budgets gerecht werden, von hochwertigen Kunstdrucken bis hin zu Originalgemälden in unterschiedlichen Formaten.

Awesome painting "When will the wait be over?" (2022, oil on canvas, 40 x 40 cm) by young lithuanian painter SKAI
Skai: When will the wait be over?, 2022. Oil on panel, 40 x 40 cm.

Galerie Neueröffnung in Berlin
Camp Space präsentiert: „Und doch: Schöner ist es nicht?“
Werke von Roxanne Krumm und Skai, kuratiert von Tayla Camp
07.09. – 02.10.2023
Brunnenstraße 22, 10119 Berlin

Presse Preview: 4. September, 18 bis 22 Uhr
Vernissage: 6. September, 18 bis 23 Uhr

Press Contact: ARTEFAKT Kulturkonzepte

Land-Partie von Berlin zur Sommerausstellung „Am Seegarten“ in Kirchmöser am Plauer See 

Gelände der ehemaligen Pulverfabrik Kirchmöser. © Clemens Poloczek

Sculpture-Network Berlin Dialogue am 9. September 2023

Neun renommierte Berliner Galerien und das silent green präsentieren in dieser Sommerausstellung skulpturale und raumspezifische Installationen von Künstlern aus ihrem Programm in der ehemaligen Schießpulverfabrik. 

Karin Sander: No. 11: SAGA BERA, 2022. Fabric, glass, MDF, metal, paint, paper, plaster, pigment, plastic, wood. 89,5 x 103 x 48 cm (35 1/4 x 40 1/2 x 18 7/8 in). 5 works included. Courtesy of Esther Schipper, © Ludger Paffrath

Die Berliner Galerie Ebensperger und das silent green Kulturquartier haben das Gelände erschlossen, um das glamouröse Theater mit Clubhaus und das zweigeschossige Bürogebäude als Ort für künstlerische Projekte wiederzubeleben.

Eva Koťátková: Out of sight, 2015. metal, string ball. Notes:124 x 203 x 90 cm. Courtesy the artist and Meyer Riegger © Ludger Paffrath

Rund 60 ausgewählte Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern wie Eva Koťátková (Meyer Riegger), Heike Kabisch (ChertLüdde) oder Karin Sander (Esther Schipper) greifen den morbiden Charme des Ortes auf und regen dazu an, sich mit der Vergänglichkeit von Zeit und Raum, oder auch einem Künstler*innen-Atelier auseinanderzusetzen. 

Jan St. Werner mit Michael Akstaller: Efferenteffekt (Wir können nichts vernünftiges sagen, über die Beziehung zwischen der Beschreibung und dem was beschrieben wird), 2023. Speaker panel, sound, Courtesy of silent green © Ludger Paffrath

Erfahren Sie aus erster Hand mehr über das Projekt und nutzen Sie die Gelegenheit zum Austausch mit Gleichgesinnten.

Heike Kabisch: I told you to be more passionate…/Pose 1, 2019. Ceramic, plastic, paper, fabrics, bed sheet, pillow, 160 × 78 × 36 cm. Courtesy of the Artist and ChertLüdde © Ludger Paffrath

Eine Veranstaltung von BAM! Berlin Art Management, präsentiert von Sculpture Network. Anmeldung erbeten hier!

Renata Lucas und MK Kaehne – ein skulpturaler Diskurs in die Konzeptkunst

Sculpture Network Berlin Dialogue in den Galerien neuegerriemschneider und Semjon Contemporary in Mitte

Abb. li.: Ausstellungsansicht MK Kaehne – MUTTER bei Semjon Contemporary, 21. April – 3. Juni 2023, Photo: Doyeon Lexi Kim. Abb. re.: installation view: Renata Lucas, short cut, April 29 – May 27, 2023, neugerriemschneider, Berlin © Renata Lucas. Courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin. Photo: Jens Ziehe.

Renata Lucas (* 1971 in Ribeirão Preto) ist eine brasilianische Installations- und Konzeptkünstlerin, die in São Paulo lebt und arbeitet. In der Präsentation short cut ihrer Einzelausstellung bei neugerriemschneider (28.4. – 27.5.) baut Lucas auf konkurrierenden Vorstellungen von kontemplativer, nicht greifbarer Interaktion und deren quantifizierbarer Bewertung auf und lädt die Betrachter ein, sich aktiv an einer münzbetriebenen Installation zu beteiligen, die die Bedingungen der Aufmerksamkeit und die Prozesse der Interpretation neu überdenkt.

MK Kaehne (*1963 Vilnius/Litauen) ist ein deutsch-russischer Bildhauer, der in Berlin lebt und arbeitet. Neben den berühmt berüchtigten, funktionalen Kofferskulpturen des Bildhauers MK Kaehne zeigt die Ausstellung MUTTER neue Objekte, lebensgroß und hyperrealistisch dargestellte Menschen – einen weiblichen Akt sowie die Büste eines Jungen – in der für Kaehne typischen Ästhetik. In der Galerie Semjon Contemporary dreht sich alles um das Thema „Mutter“ in mannigfaltiger Version. Kaehne, der in Moskau und Berlin aufgewachsen ist und seine künstlerische Laufbahn nach seinem Studium an der Kunsthochschule Weißensee (1983-88) in der Wendezeit begann, ist vom russischen Konstruktivismus geprägt. Sein Werk ist stark analytisch, greift biografische, politische und dadaistische Elemente auf; die Resultate aber sind ironisch.

Am Samstag, den 27. Mai 2023, biete ich im Rahmen der Dialog-Veranstaltungen des europäischen Bildhauer*innen-Netzwerkes Sculpture Network eine Führung zum Thema „Konzeptkunst“ an. Anmeldung über das Büro.

Bildhauer-Symposium IKARUS – Der Höhenflug ausgeschrieben

22. – 30. Juli 2023 im historischen Industriegebiet Darmstadts

Die aktuelle Ausschreibung zum zweiten WOLF-WERK Bildhauersymposion IKARUS -Der Höhenflug, das vom 22. – 30. Juli 2023 in der lichtdurchfluteten Halle 109 auf dem ehemaligen Schenk-Gelände im historischen Industriegebiet Darmstadts stattfindet, ist veröffentlicht. Bewerbungsschluss ist der 1. Juni 2023.

Bildhauer:innen aus ganz Europa sind eingeladen, sich in ihrem Material, sei es Stahl, Stein oder Holz, zum Thema „IKARUS – Der Höhenflug“ auszudrücken und von den Synergien des Symposions zu profitieren. Über einen Zeitraum von acht Tagen erhalten drei bis vier Bildhauer:innen die Möglichkeit in professioneller Umgebung zu kreativem Austausch und gemeinsamem Schaffen an unterschiedlichen Skulpturen zusammen zu kommen.

“Wolf’s initiative bridged the gap between different worlds. There was curiosity about each other’s work. There was an atmosphere in which working together was very good and natural. In addition,

I would like to mention the enormous hospitality and the great atmosphere of the huge and super organized workshop.

In short, it was very worthwhile to participate in this workshop, as together you build a cathedral, you just don’t do that alone.”

[Herbert Nouwens, Slochteren,NL]

Bildhauerin Susanne Roewer beim Symposion Balance 2021

Georg-Friedrich Wolf ist ein wunderbarer Gastgeber und energetischer Bildhauer, der seine großen technischen Fähigkeiten und Möglichkeiten mit verrückten Inspirationsideen (Einladung von Zirkusartisten etc.) verbindet.

Er nimmt die eingeladenen Kolleginnen und Kollegen mit auf freie Assoziations-Reisen, eine bestens ausgestattete Materialspielwiese und bietet zusätzlich ein Präsentationspodium. 

Das Wolf-Werk ist ein großartiger Ort, um Routinen abzuwerfen und im Austausch mit Gleichgesinnten neue Wege zu beschreiten.“

[Susanne Roewer, Basel, CH/Berlin,DE]

So die O-Töne der Teilnehmer:innen des ersten WOLF-WERK Symposions in 2021.

Weitere Informationen finden Sie hier

Das Symposion ist eine Zusammenarbeit mit der europäischen Bildhauer-Vereinigung Sculpture Network und wird organisiert von der Sculpture Network-Koordinatorin für Berlin, Anemone Vostell | BAM! Berlin Art Management.